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EuroBioRef - neues EU-Großforschungsprojekt startet

EuroBioRef"- ein neues EU-Großforschungsprojekt startet unter Beteiligung des Lehrstuhls für Fluidverfahrenstechnik. Ziel des Projektes ist eine europaweit koordinierte, effektivierte und intergrierte Prozesskette der Biomassenumwandlung vom Rohstoff Biomasse bis hin zu den fertigen biobasierten Produkten. Das aus insgesamt 28 Partnern aus 14 Ländern bestehende und von der Université Lille, Frankreich, koordinierte Konsortium erhält eine Förderung durch das 7. Rahmenprogramm in Höhe von 23 Mio. Euro für die Laufzeit von 4 Jahren. Durch die Projektarbeit soll die Fragmentierung der Biomasseindustrie überwunden werden. Dabei werden die Vernetzung, die Koordination und Kooperation als wichtige Faktoren zur Steigerung der Effizienz der Bioraffinerieprozesse betrachtet.

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“Das Programm bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Kluft zwischen der Landwirtschaft und der chemischen Industrie zu schließen. Dabei wird die komplette Biomasse-Kette in einen wirtschaftlich rentablen und anwendbaren Ansatz integriert, um so für eine nachhaltige biobasierte Wirtschaft in Europa zu sorgen. Durch Erforschung neuer innovativer Technologien wird Europa konkurrenzfähiger und attraktiver. Darüber hinaus wird dadurch eine enge und faire Partnerschaft zwischen Europa und den tropischen Ländern in diesem High-Tech-Bereich ermöglicht. Auch in diesen Ländern wird das Konzept  eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft fördern“ (Projektkoordinator Prof. Franck Dumeignil, UCCS, Frankreich)

Überblick

Die Etablierung einer biobasierten Wirtschaft steht und fällt mit der Entwicklung und Anwendung von Bioraffinerieprozessen. Im Projekt EuroBioRef wird ein hoch integriertes und vielfältiges Konzept realisiert, das verschiedene nicht-essbare Rohstoffe, chemische, bio- und thermochemische Prozesse und Produkte (Flugbenzin und Chemikalien) umfasst. Das Projektkonsortium hat es sich zum Ziel gesetzt, die Fragmentierung der Biomasseindustrie zu überwinden. Dabei werden die Vernetzung, die Koordination und Kooperation als wichtige Faktoren zur Steigerung der Effizienz der Bioraffinerieprozesse betrachtet.

Die Technische Universität Dortmund ist an dem Projekt mit dem Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik an der Fakultät Bio- und Chemie¬ingenieurwesen beteiligt. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Erforschung von Aufreinigungsprozessen, insbesondere der Extraktion mit ionischen Flüssigkeiten und der Destillation. Im Rahmen des Projektes arbeitet auch die Dortmunder Firma Process Design Center GmbH an der konzeptionellen Verfahrensplanung und Integration aller einzelnen Prozessschritte der Bioraffinerie, vom Rohstoff Biomasse bis zu den fertigen biobasierten Produkten.

Durch die Kombination von großen und kleinen (bio-)chemischen Unternehmen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die in unterschiedlichen Bereichen der Biomasseumwandlung aktiv sind, sowie mit europäischen Organisationen, entstehen neue Synergien, welche die Grundlage für Kosteneinsparungen und verbesserte Methoden darstellen. Die groß angelegte Forschung, Erprobung, Optimierung und Demonstration von Prozessen zur Herstellung unterschiedlicher Produkte wird sowohl für große als auch für kleine Produktionseinheiten ausgelegt, die in verschiedenen Regionen Europas flexibel eingesetzt werden.

Dieser Ansatz wird die Energie- und Ressourceneffizienz erheblich erhöhen. Dabei wird vor allem die Produktion von Flugbenzin und einer Vielzahl an chemischen Produkten optimiert werden. Es werden ebenfalls die Vorteile der unterschiedlichen Biomassekomponenten und Zwischenprodukten genutzt. Durch optimierte Reaktionen, erhöhte Trennleistung, Einsparungen bei den Investitionskosten, verbesserte Anlage- und Rohstoffflexibilität sowie reduzierte Produktionszeiten und effiziente Logistik soll die Wirtschaftlichkeit um etwa 30% gesteigert und der Energieverbrauch um 30% reduziert werden. Darüber hinaus sollen Produktionsabfälle ganz vermieden werden. Das neue Konzept wird zu mindestens 10 % flexible und modulare Prozesse anwenden.
Das Konzept von EuroBioRef zielt auf die Integration des kompletten Systems ab, vom Rohstoff bis zu den vielfältigen Produkten, sowie auf die Möglichkeit der Anpassung an unterschiedliche regionale Bedingungen und der Integration in die dort bestehenden Infrastrukturen. Dies soll das Risiko für Investoren minimieren. Die Flexibilität des Ansatzes erlaubt eine Erweiterung der Bioraffinerieanwendungen auf das komplette geo¬graphische Gebiet Europas und ermöglicht die Einführung der Bioraffinerietechnologie auf die lokalen Märkte.

Die Auswirkung der erwarteten Projektergebnisse auf die Umwelt sowie deren soziale und wirtschaftliche Nutzen sind enorm und stellen einen beträchtlichen Wettbewerbsvorteil für Europas biobasierte Industrie dar. Um den Vorteil und den Nutzen zu messen wird im Rahmen des Projektes eine technisch-ökonomische Bewertung der gesamten integrierten Bioraffinerie vorgenommen. Auch eine Ökobilanz im Hinblick auf die Erfüllung der Anforderungen des „International Reference Data System (ILCD) Handbook” (Reihe von technische Leitlinien zur Beurteilung der Ökobilanz etc.) wird durchgeführt, die so gewonnenen „Life Cycle Inventory“ (LCI)-Daten werden über das ILCD-Daten-Netzwerk zur Verfügung gestellt. Der Ansatz für die soziale Nachhaltigkeit basiert auf den kürzlich entwickelten Richtlinien zur Beurteilung der sozialen Auswirkungen von Produkten (Guidelines for Social Life Cycle Assessment of Products (UNEP)). So können die notwendigen Änderungen an der Bioraffineriekette entsprechend den gültigen Anforderungen angepasst werden.

Das Projekt EuroBioRef hat das Potential, die Biomasseumwandlung neu zu gestalten, die Industrie weiter zu entwickeln und das ursprüngliche Ziel der Nachhaltigkeit von Biomasse in Europa zu erreichen.

Danksagung

EuroBioRef wird gefördert durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission

Projektpartner

1. CENTRE NATIONAL DE LA RECHERCHE SCIENTIFIQUE (UMR 8181, UMR 5256, UMR 6509), Frankreich
2. ARKEMA FRANCE SA, Frankreich
3. Borregaard Ind. Ltd., Norwegen
4. NOVOZYMES A/S, Dänemark
5. METabolic Explorer S.A., Frankreich
6. CENTER FOR RENEWABLE ENERGY SOURCES, Griechenland
7. HALDOR TOPSØE A/S, Dänemark
8. CERTH, Centre for Research & Technology Hellas, Griechenland
9. Process Design Center GmbH, Deutschland
10. QUANTIS, Schweiz
11. European Biomass Industry Association, Belgien
12. Danish Technological Institute, Centre for Renewable Energy and Transport, Dänemark
13. TECHNISCHE UNIVERSITÄT DORTMUND, Deutschland
14. MERCK KGaA, Deutschland
15. Faculdade de Engenharia da Universidade do Porto, Portugal
16. RWTH Aachen, Deutschland
17. CIRCC, University of Bari, Italien
18. WSK "PZL-Rzeszow" S.A, Polen
19. Ośrodek Badawczo-Rozwojowy Przemysłu Rafineryjnego  Spółka Akcyjna, Polen
20. SINTEF Materials and Chemistry, Norwegen
21. Société Agricole de Befandriana-Sud & Partners Sarl, Madagaskar
22. UMICORE, AG & Co KG, Deutschland
23. Nykomb Synergetics AB, Schweden
24. Alma Consulting Group, Frankreich
25. Orgachim JSC, Bulgarien
26. Imperial College of Science, Großbritannien
27. Novance, Frankreich
28. University of Warmia and Mazury in Olsztyn, Polen