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Prof. Lütz übernimmt die Leitung des Lehrstuhls Bioprozesstechnik

Die Fakultät BCI hat seit dem 01.04.2016 einen weiteren neuen Professor: Herr Prof. Stephan Lütz wurde auf die Professur Bioprozesstechnik berufen. Wir gratulieren und wünschen einen guten Start in die neue Tätigkeit. Herr Prof. Lütz hat in Bonn Chemie und Technische Chemie studiert und wurde im Bereich der Technischen Chemie promoviert. Seine Arbeiten zur Habilitation hat er am Forschungszentrum Jülich sowie der Universität Bonn durchgeführt. Prof. Lütz kann auf langfristige Industrieerfahrung zurückgreifen, da er vor seiner Berufung an die Fakultät BCI mehr als sieben Jahre als Manager und wissenschaftlicher Leiter die Abteilung Bioreactions der Novartis Pharma AG in Basel geführt hat.

Stephan_Luetz_Meldung

BCI: Guten Tag Herr Lütz! Wir freuen uns, dass Sie den Ruf an die TU Dortmund angenommen haben. Sie sind in Hannover geboren, haben in Bonn studiert und in Jülich geforscht. Bedeutet Dortmund für Sie nach Ihrem mehrjährigen Aufenthalt in der Schweiz im weitesten Sinn so etwas wie Heimat?

Prof. Lütz: Der Standort Basel, an dem ich die letzten 7 Jahre verbracht habe, hat sicherlich viele Reize. Das Drei-Ländereck Schweiz/Frankreich/Deutschland am Rheinknie ist eine sehr schöne Umgebung. Wir haben dort, während ich in der Schweiz gearbeitet habe, weiterhin in Deutschland gewohnt. Insofern fühlt es sich gar nicht wie eine „Heimkehr“ nach Deutschland an. Ich hoffe nun natürlich darauf, dass ich an einige alte Netzwerke in NRW wieder anknüpfen und hier in Dortmund neue Verbindungen aufbauen kann. Mit der freundlichen und hilfsbereiten Art, mit der mich die Kollegen hier empfangen haben und mit dem großen Potential, welches der Standort Dortmund im Bereich der Biotechnologie hat, wird er mir sicher bald zur wissenschaftlichen Heimat werden. Da bin ich äußerst zuversichtlich.

Der Begriff „Bioprozesstechnik“ deckt einen sehr weiten Bereich ab. Wo werden Sie Ihre Forschungsschwerpunkte setzen?

Ich möchte mich mit meinen Mitarbeitern dem Thema „Biotechnologische Prozesse für Wert- und Wirkstoffe“ widmen. Mich fasziniert die Syntheseleistung der Natur, die aus einfachsten Grundstoffen komplexe Verbindungen auf- und umbauen kann. Dieses Potential zu nutzen und zu erweitern ist eines unserer Anliegen. Insbesondere da, wo die biologischen Katalysatoren Vorteile gegenüber klassischen chemischen Verfahren haben, zum Beispiel aufgrund ihrer Selektivität, oder weil sie Reaktionen ermöglichen, die mit chemischen Reagentien nicht in dieser Form in einem Schritt möglich sind.

Ein Merkmal der Fakultät BCI besteht in der engen Verzahnung von Natur- und Ingenieurwissenschaften. Was bedeutet das für Ihre zukünftigen Forschungsvorhaben und wie sehen Sie die Chance von gemeinsamen Projektanträgen, möglicherweise auch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fakultäten der TU Dortmund?

Die enge Verzahnung ist eine wichtige Basis für die zukünftige Forschung. Moderne Bioprozesse betrachten den Biokatalysator nicht mehr als „black box“, sondern betrachten auch die komplexen Stoffwechselwege, die innerhalb der Zellen ablaufen. Zusammen mit den modernen molekularbiologischen Methoden können heutzutage diese Stoffwechselwege verbessert oder gar komplett neu aufgebaut werden – auch wenn dies derzeit noch sehr aufwändig ist. Am Ende dieser Wege stehen Produkte, die wir chemisch charakterisieren und aufarbeiten müssen. Ich sehe daher gerade in der engen Verzahnung von Biochemie und Molekularbiologie einerseits und der Verfahrenstechnik andererseits eine essentielle Vorbedingung, um in der Biotechnologie erfolgreich zu sein. Dies wird sicherlich ganz automatisch zu gemeinsamen Forschungsaktivitäten innerhalb der Fakultät aber zum Beispiel auch mit den Kollegen der chemischen Biologie führen.

Sie haben aufgrund Ihrer bisherigen Tätigkeiten bereits langjährige Erfahrungen im Bereich der Lehre. Was zeichnet Ihren Lehrstil aus und was haben unsere Studierenden zu erwarten?

Ich hoffe, den Lehrstoff anschaulich und an relevanten Beispielen zu verdeutlichen. Ich möchte - gemeinsam mit den Kollegen und Mitarbeitern - im Bereich der Biotechnologie den Studierenden idealerweise den ganzen Weg vom Gen zum Prozess verdeutlichen, und zwar sowohl in der Vorlesung als auch in den Praktika.

Werden wir Sie gelegentlich im Stadion des BVB sehen?

Jetzt heißt es natürlich erst mal Daumen drücken für das Pokalfinale. Und sicher werde ich dann auch einmal eine Gelegenheit finden, ins Stadion zu gehen. Einen fantastischen Blick darauf habe ich schon jeden Tag.

Vielen Dank für das nette Gespräch. Wir wünschen Ihnen einen guten Start und freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.