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Prof. Nett wird Leiter der Technischen Biologie

Mit Wirkung zum 01.03.2016 wurde Prof. Markus Nett auf die Professur Technische Biologie der Fakultät BCI berufen. Herzlichen Glückwunsch und herzlich willkommen in Dortmund!
Herr Prof. Nett hat in Bonn Pharmazie studiert und dort auch promoviert. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in den USA ist er als Nachwuchsgruppenleiter an das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena gewechselt, wo er ein eigenständiges Forschungsprogramm aufgebaut hat. Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit in der BCI wird die Entwicklung biologischer Systeme für technische und industrielle Anwendungen sein. Wir wünschen Herrn Nett einen guten Start bei seinen Aufgaben.

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Herr Prof. Nett hat in Bonn Pharmazie studiert und nach seiner Approbation dort auch promoviert. Anschließend ging er für zwei Jahre als DAAD-Stipendiat an das Scripps Institution of Oceanography in San Diego, wo er sich mit der Mutasynthese von neuen Derivaten eines in der klinischen Prüfung befindlichen Proteasom-Inhibitors beschäftigte. In der Folge wurde Herr Nett auf die Position eines Nachwuchsgruppenleiters am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie berufen, wo er ein eigenständiges und drittmittelfinanziertes Forschungsprogramm aufgebaut hat, welches die Charakterisierung und genetische Manipulation der Biosynthesewege zu medizinisch relevanten Naturstoffen zum Inhalt hatte. Seine Habilitation schloss er 2014 an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena ab. Im gleichen Jahr übernahm er eine Gastprofessur für Pharmakognosie an der Universität Wien. Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit in der BCI wird das Design und die Entwicklung biologischer Systeme für technische und industrielle Anwendungen sein.

BCI: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Berufung auf die Professur „Technische Biologie“ an der Fakultät BCI. Wie ist Ihr erster Eindruck von Ihrem neuen Arbeitsumfeld?

Prof. Nett: Ich bin sehr angetan von der offenen und herzlichen Atmosphäre, die an der Fakultät herrscht. Das Ganze erinnert mich sehr an meine Postdoc-Zeit in den USA. Für die vielfältige Unterstützung, die ich hier von Seiten der Kollegen und Mitarbeitern erfahre, bin ich sehr dankbar. Besonders gefreut hat mich auch das Interesse an meinen Arbeiten und der intensive Austausch mit den Lehrstuhlinhabern bezüglich gemeinsamer Aktivitäten in Forschung und Lehre.

Sie haben Pharmazie studiert und eine Approbation als Apotheker. Wie kam es zu diesem Berufswunsch?

Ich konnte mich bereits als Schüler für die Biologie und für die Chemie begeistern. Durch das Studium der Pharmazie bot sich mir die Möglichkeit mein Wissen in beiden Fächer weiter zu vertiefen. Auch in meiner Forschung gehe ich Fragestellungen an der Schnittstelle von (Molekular-)Biologie und Chemie nach. So generiere ich mit meiner Gruppe biologische Systeme, die medizinisch nutzbare Wirkstoffe zur Behandlung von Infektionskrankheiten liefern. In diesem Zusammenhang sind die spezifischen Kenntnisse eines Apothekers sicherlich von Vorteil.

Werden Ihre Forschungen in Dortmund in eine ähnliche Richtung gehen?

Dies wird sicherlich ein Schwerpunkt sein – gerade durch die exzellenten Rahmenbedingungen in Dortmund. Da wäre vor allem das in der Fakultät BCI vorhandene Knowhow zum Design und zur Realisierung effizienter Bioprozesse. Auch wenn meine Arbeitsgruppe Bakterien und Hefen so manipulieren kann, dass sie interessante Arzneistoffe und/oder Feinchemikalien produzieren, bedeutet das noch nicht, dass damit alle Arbeiten abgeschlossen wären. Vielmehr beginnt an diesem Punkt erst die Entwicklung eines industriell nutzbaren Verfahrens. Beispielhaft genannt seien hier nur die Hochskalierung der Produktion unter reproduzierbaren Bedingungen, die großtechnische Aufreinigung der Substanzen und die anschließende Umsetzung in ein Produkt. Dieser Transfer von der Grundlagenforschung in die Anwendung erfordert ingenieurwissenschaftliche Expertise und die Zusammenarbeit von interdisziplinär ausgerichteten Arbeitsgruppen.

Was den Standort Dortmund für mich zusätzlich attraktiv macht, ist die Kooperation mit den Kollegen aus der Fakultät CCB. Über die Analyse biologischer Prozesse mittels chemischer Sonden und Verfahren ist auch bei vielen meiner Projekte ein enger Bezug zur Chemischen Biologie gegeben. Ausdrücklich erwähnen möchte ich hierbei auch das 2014 von beiden Fakultäten eingerichtete Zentrum für integrierte Wirkstoffforschung, das universitären Gruppen die Möglichkeit eröffnet, innovative Wirkstoffe so weit zu entwickeln, dass sie für Pharma-Unternehmen interessant werden.

Ein wesentlicher Anteil Ihrer Tätigkeit wird im Bereich der Lehre liegen. Was wird der Schwerpunkt Ihrer Lehre sein?

In der Lehre möchte ich die Studierenden der Bio- und Chemieingenieurwissenschaften an molekular- und mikrobiologische Themengebiete heranzuführen und ihnen in diesen Fächern eine fundierte Ausbildung vermitteln. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei, sowohl technische als auch industrielle Anwendungen und somit mögliche Arbeitsfelder aufzuzeigen. Ein praxisnahes und anwendungsorientiertes Lehrangebot ist wichtig, um die Relevanz von biotechnologischen Fragestellungen für die Ingenieurwissenschaften deutlich zu machen. Natürlich wünsche ich mir, dass ich die Studierenden auch für meine eigene Forschung an enzymatischen Fließbändern begeistern kann.

Was wollen Sie den Studierenden mit auf den Weg geben?

Eine reflektierende Herangehensweise an naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Außerdem möchte ich die Studierenden dazu ermutigen, interdisziplinäre Denk- und Lösungsansätze zu entwickeln. Dies setzt jedoch auch voraus, dass die dafür notwendigen Grundlagenkenntnisse erworben werden. Ich halte persönlich nichts davon, den Lehrstoff stur auswendig zu lernen. Vielmehr ist es wichtig, dass Zusammenhänge erkannt werden und das eigene Wissen angewendet werden kann.

Die vor Ihnen liegenden Monate werden vermutlich sehr arbeitsreich sein. Was machen Sie, wenn Sie gerade einmal nicht für die Fakultät BCI tätig sind?

Mit Sicherheit werde ich mir das Fußballmuseum anschauen und auch zu dem ein oder anderen Spiel des BVB gehen. Meine Hobbies sind wenig spektakulär. Ich lese sehr gerne, v.a. Literatur in den Themenfeldern Geschichte und Science Fiction. Darüber hinaus begeistere ich mich fürs Wandern. Das Münsterland und das Sauerland haben hier sicher einiges zu bieten.

 

Vielen Dank für das nette und informative Gespräch. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Viel Erfolg!