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Countdown 14: Biomaterialien und Polymerwissenschaften stellen sich vor

Klassische Materialien wie Beton, Stahl, Glas oder Kunststoffe werden in der Regel so konstruiert, dass sie möglichst immer ihre Eigenschaften behalten und nicht mit ihrer Umwelt reagieren. Die Forschung am Lehrstuhl für Biomaterialien und Polymerwissenschaften beschäftigt sich dagegen mit Materialien, die mit ihrer Umwelt, insbesondere mit biologischen Systemen wie Enzymen, Bakterien, Pilzen oder Tierzellen, reagieren können.

Kalenderblatt14_BMP

Durch gezieltes chemisches und physikalisches Design werden Polymere so synthetisiert und verarbeitet, dass Materialien mit neuen Eigenschaften entstehen. Diese können sich ihrer Umwelt in Form und Eigenschaften anpassen. Beispiele dafür sind Formgedächtnispolymere oder Polymere mit Umweltgedächtnis. Prophetische Materialien können sogar auf zukünftige Ereignisse reagieren. Außerdem üben diese Materialien als biokatalytische Materialien selber biologische Funktionen aus oder wehren sich als antimikrobielle Materialien gegen biologische Attacken wie Schimmelbildung. Die biokatalytischen Materialien können sich sogar selber in ultrasteife Hydrogele umwandeln und werden so zu  anorganischen oder organischen Doppelnetzwerkhydrogelen.

Weiterhin werden Polymere synthetisiert, die als Antibiotikaersatz denkbar sind, da sie Bakterien schnell und effizient töten und sich dann selber in Wohlgefallen auflösen. Somit wird die Ausbildung von Resistenzen reduziert.

Der Lehrstuhl Biomaterialien und Polymerwissenschaften wird von Prof. Jörg Tiller geleitet. Er studierte Chemie in Jena und promovierte am Forschungszentrum Jülich. Nach seinem Postdoc-Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology habilitierte er an der Universität Freiburg. Seit 2007 ist Prof. Jörg Tiller Inhaber des Lehrstuhls an der TU Dortmund.

Dr. Frank Katzenberg leitet die Gruppe für Smart Materials. Er studierte Physik an der TU Dortmund. Nach seiner Tätigkeit am Fraunhofer Institut St. Ingbert kehrte er an die BCI der TU Dortmund zurück und wurde dort im  Fach Werkstoffkunde habilitiert.

Der besondere Reiz am Lehrstuhl BMP ist die Forschungs- und Methodenbreite, die sich von chemischer Synthese über physikalische Wechselwirkungen bis hin zur Biochemie und zur Mikrobiologie erstreckt. Außerdem können hier analytische Methoden wie Elektronenmikroskopie oder Röntgenbeugung im Rahmen des Zentrums für Elektronenmikroskopie und Materialforschung durchgeführt werden.