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Countdown 24: Drei aus dreiunddreißig – Technische Fachleute an der BCI

Denkt man an Menschen in einer Universität, so fallen einem zunächst die Studierenden ein, dann die Professorinnen und Professoren (vielleicht auch in umgekehrter Reihenfolge, je nach Standpunkt), vielleicht später auch noch die Promovierenden und die Beschäftigten der Verwaltung.
Dabei gibt es eine weitere Gruppe von Beschäftigten, ohne die alle Räder stillstehen würden: Die Rede ist von den sogenannten „technischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen“. Damit sind alle Angestellten der Fakultät gemeint, die keine Wissenschaftler im eigentlichen Sinne sind. Im Uni-Slang werden sie gerne mit NiWiMi abgekürzt.

Kalenderblatt_24_02

Die derzeit 33 technischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an der BCI sorgen dafür, dass in den Sekretariaten die Reisekostenabrechnungen und Notenbescheinigungen erstellt, die Büromittel bestellt oder die Universitätsgremien einberufen werden. Außerdem kümmern sie sich darum, dass die Labore funktionieren, die Computer und PC-Pools laufen, die Webseite aktuell ist und dass die elektrischen Geräte gewartet werden.

Sie sind wichtige Konstanten im sonst schnelllebigen Unibetrieb. Sie geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen an immer wechselnde junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiter. Sie alle haben sich zu wertvollen Fachleuten in ihren Aufgabengebieten entwickelt und leisten so einen unschätzbaren Beitrag zum wissenschaftlichen Erfolg der Fakultät.

Schaut man sich die Berufe der Menschen an, die in den vergangenen 50 Jahren an der Fakultät tätig waren und sind, so sieht man schon an den Bezeichnungen, wie sich die Zeiten geändert haben: Gab es früher Schreibkräfte, Dreher, Modellschreiner, Schlosser, Glasbläser, Lagerarbeiter, Fotolaborantinnen, technische oder CAD-Zeichnerinnen und -Zeichner, so stellen heute Labor- und Verwaltungsfachkräfte oder Fachinformatikerinnen und -informatiker das Gros der technischen Angestellten.

Stellvertretend für die vielen, die in den letzten 50 Jahren an der BCI arbeiteten, haben wir drei Angestellte interviewt:

Friedrich Barth (65) ist aktuell der Alterspräsident. Seit fast 40 Jahren arbeitet der gelernte Physiklaborant am Lehrstuhl für Strömungsmechanik als gelernter staatlich geprüfter physikalisch-technischer Assistent. Vier Professoren hat er begleitet. Es lohnt sich, den humorigen Wittener nach Erlebnissen zu fragen, denn er kann abendfüllend Geschichten aus der alten Zeit erzählen.

Was sind Ihre Aufgaben an der BCI?
Ich leite das Labor und bin Sicherheits- und Laserschutzbeauftragter in der AG Strömungsmechanik und irgendwie „Mädchen für alles“ - aber das sehr gerne.

An welches Erlebnis erinnern Sie sich besonders gerne?
Ungefähr 25 Jahre lang habe ich auch Physiklaboranten ausgebildet. Zu den meisten von ihnen habe ich auch heute noch Kontakt. Sehr erfreulich für mich ist, dass sie sich noch alle gerne an ihre Ausbildungszeit und auch an mich erinnern.

Bitte vervollständigen Sie:

Mein erster Arbeitstag ….

… an der BCI war an dem sonnigen 1.7.1980, an dem ich vorbehaltlich der Entscheidung des Personalrates, der an dem Vormittag tagte, erst einmal an meinem Schreibtisch ohne Arbeitsaufnahme Platz nehmen sollte, um die Entscheidung des Personalrates abzuwarten, die dann auch positiv ausfiel.

Ich arbeite gern an der BCI, weil …

… das „Arbeitsklima“, besonders in der AG Strömungsmechanik, außerordentlich angenehm ist.

Das Arbeitsgerät, das ich am meisten benutze, ist …

… eigentlich mein Zugangsschlüssel zu den verschiedenen Räumlichkeiten.

Profs sind ...

… auch nur Menschen.

Studis sind …

… interessante Individuen.

Der BCI wünsche ich für die nächsten 50 Jahre …
… natürlich mehr als das Allerbeste.

Susanne Richter (56) hat bei Friedrich Barth ihre Ausbildung begonnen und arbeitet seit nunmehr 18 Jahren am Lehrstuhl Thermodynamik als gelernte Physiklaborantin. Hat sie während ihrer Ausbildung noch von Hand mikroskopiert oder Dichtemessungen mit einem Biegeschwinger gemacht, so war auch ihre Arbeit im Laufe der Zeit großen Veränderungen unterworfen. Auch heute noch ist sie mit Begeisterung dabei und steuert den Pipettier-Roboter, der so teuer ist wie ein halbes Einfamilienhaus, mit sicherer Hand.

Was sind Ihre Aufgaben an der BCI?

Mein Tätigkeitsfeld ist sehr vielseitig. Zum einen gibt es die Laborarbeiten mit neuen Projekten, neuen chemischen Stoffen und manchmal auch neuen Geräten, die immer wieder neue Herausforderungen stellen. In meiner Funktion als Sicherheitsbeauftrage habe ich dafür zu sorgen, dass die Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden. Auch gehören Unterweisungen zu meiner Tätigkeit. Seit der Einführung von SAP sind Bestellungen ein umfangreicher Teil meiner Arbeit geworden. Dazu kommen noch viele „Kleinigkeiten“, die am Tag so anfallen.

An welches Erlebnis erinnern Sie sich besonders gerne?

Ein Forschungsprojekt Mitte der Achtziger unter Prof. Giesekus bestand darin, das Strömungsverhalten des Abwassers in der Dortmunder Kanalisation zu bestimmen. Unsere Messungen fanden an der Hohensyburg statt. Wir stoppten mit der Hand, wann das Abwasser die Strecke von Schieber 1 zu Schieber 2 zurückgelegt hatte. Meine Aufgabe war es, am Schieber 2 die Stoppuhr zu betätigen und den Messwert zu notieren. Besonders lustig war das, als einer der Messtage mit einer Kirmes zusammenfiel. Die Besucher der Kirmes schauten uns verwirrt an, weil wir neben einem Kanaldeckel saßen und uns im Abstand von wenigen Minuten „angekommen“ zuriefen.

Bitte vervollständigen Sie:

Mein erster Arbeitstag …

… war aufregend. Denn es war der erste Tag meiner Ausbildung zur Physiklaborantin.

Ich arbeite gern an der BCI, weil …

… mich das Arbeiten mit jungen Menschen jung hält.

Das Arbeitsgerät, das ich am meisten benutze, ist …

… der PC.

Profs sind…
… Vorgesetzte. In meinem Fall freue ich mich besonders, dass es eine Frau ist.

Studis sind…
… jetzt ganz schön jung geworden. Als ich an der BCI begonnen habe, waren sie noch älter als ich.

Der BCI wünsche ich für die nächsten 50 Jahre …
…, dass die Fakultät den Blick für die Menschen behält.

 

Volker Brandt (33) ist sozusagen das Küken unter den „NiWiMis“, denn er kam erst 2018 als Materialograph an die Fakultät. Sein Arbeitsplatz ist das Elektronenmikroskop, das 2017 einen der großen wissenschaftlichen Erfolge der BCI unterstützt hatte. Brandts Vorgängerin Monika Meuris konnte mit ihrer Arbeit am Elektronenmikroskop zu einer Publikation der Wissenschaftler Prof. J. Tiller und N. Rauner beitragen, die in „nature“ über ihre Forschung zu Mikrogelen berichtet hatten.

Was sind Ihre Aufgaben an der BCI?

In der Hauptsache präpariere und untersuche ich verschiedene Proben am Licht-, Raster- und Transmissionselektronenmikroskop. Außerdem analysiere ich mit Röntgenspektroskopie und -beugung.

An welches Erlebnis erinnern Sie sich besonders gerne?

Ich erinnere mich gerne an den Ausstand meiner Vorgängerin Monika Meuris, der gleichzeitig mein Einstand war. Da wurde mir schnell klar, dass ich es mit einem sehr netten Kollegium zu tun habe.

Bitte vervollständigen Sie:

Mein erster Arbeitstag …

… war der 02.01.2018. Dadurch, dass ich vor einigen Jahren bereits an der Fakultät Maschinenbau tätig war, wechselte sich Vertrautes ständig mit Neuem ab. Es war wie Rückkehr und Neuanfang in einem.

Ich arbeite gern an der BCI, weil …

… ich hier gleichzeitig die Wissenschaft voranbringen und jungen Menschen dabei helfen kann, sich weiterzuentwickeln.

Das Arbeitsgerät, das ich am meisten benutze, ist …

… das REM (Rasterelektronenmikroskop). Wahrscheinlich, weil wir beide fast gleich alt sind ;)

Profs sind …
… immer sehr motiviert und begeistert bei ihren Verwaltungsaufgaben!

Studis sind …
… besser als ihr Ruf.

Der BCI wünsche ich für die nächsten 50 Jahre …  
… moderne Geräte in PCB-freien Räumen.