Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Hauptinhalt

Vierter Transregio für die TU Dortmund - Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt SFB/Transregio 63

Die Entscheidung ist gefallen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte die zweite Förderperiode des SFB/Transregio 63 „Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen“ an der Fakultät Bio- und Che-mieingenieurwesen (BCI) der TU Dortmund. Bereits im ersten Teil des Großprojekts ist es den Forschern gelungen, neue Verfahren für die Verarbeitung von Rohstoffen für die chemische Industrie zu entwickeln. Jetzt wollen sie auf diese Erfolge aufbauen. Der Schwerpunkt soll auf dem Einsatz nachwachsender Rohstoffen liegen

InPrompt2013__Meldung

Hier entlang zu einem Film über das Projekt.


Fossile Rohstoffe werden knapper und teurer. Grund genug für Forschung und Industrie, gemeinsam den Fortschritt von der fossil- zur biobasierten Wirtschaft voran-zutreiben. Einen wertvollen Beitrag dazu leistet der Sonderforschungsbereich „Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen“, an dem neben der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund auch die TU Berlin (Sprecherhochschule), die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Magdeburger Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme beteiligt sind.
„Für die chemische Industrie ist es eine große Herausforderung, chemische Produkte auf Basis nachwachsender Ressourcen zu produzieren“, erklärt Prof. Andrzej Górak von der Dortmunder Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen. Derzeit werden wichtige technische Ausgangsstoffe wie Olefine, also ungesättigte Kohlenwasserstoffe, die zur industriellen Herstellung von Aldehyden und Estern notwendig sind, vor allem aus Erdöl gewonnen – also einem fossilen Rohstoff, der nicht nachwächst.
Heute ist es jedoch auch möglich, ungesättigte Substanzen aus nachwachsenden Rohstoffen wie natürlichen Fettsäuren zu nutzen. Mit solchen „ressourcenschonenden“ Verbindungen beschäftigen sich die Ingenieure vom SFB/Transregio 63. Sie suchen nach einem effizienten Weg, diese Stoffe so zu verarbeiten, dass sie in der chemischen Industrie problemlos in bewährte Produktionsabläufe eingespeist werden können.
Die Forscher versehen diese ungesättigten Fettstoffe mit so genannten „funktionellen Gruppen“. Das sind chemische Bausteine, die das Verhalten chemischer Stoffe verändern und diese leichter mit anderen Chemikalien reagieren lassen. Diese funktionalisierten Verbindungen können als Ausgangsstoffe für zahlreiche Materialien, z.B. von Bio-Textilien dienen.
Die herkömmlichen Verfahren zur Herstellung funktionalisierte Verbindungen sind bisher jedoch unwirtschaftlich. Die Produkte lassen sich oftmals nur schwer aus dem Stoffgemisch abtrennen, wobei große Mengen des teuren Katalysators verloren gehen. Die Ingenieure haben deshalb gewissermaßen einen Trick entwickelt, mit dem sich die Stoffe leichter isolieren lassen: Sie lassen die Stoffe in Lösungsmitteln reagieren, in denen die gewünschten Stoffe durch Änderung der Temperatur oder Zu-gabe seifenartiger Substanzen besonders leicht gebildet werden.
Der SFB/Transregio 63 ist bereits der vierte Transregio, den die TU Dortmund vorweisen kann. In der ersten Förderperiode stellte die DFG insgesamt 8,1 Millionen Euro für das Projekt bereit, wovon die TU Dortmund etwa 2,5 Millionen Euro erhielt. Auch die zweite Periode wird mit 8 Millionen Euro gefördert. Die TU Dortmund erhält diesmal 2,4 Millionen Euro. 
Die Forscher freuen sich auch deshalb über die erneute Förderung, weil das hochschulübergreifende Großprojekt ihnen die Chance zum wissenschaftlichen Austausch mit anderen Universitäten bietet. Dank der Kooperation zwischen den Hochschulen erhalten die Doktoranden der beteiligten Fakultäten nun auch die Möglichkeit zu Doppelpromotionen.