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Positive Resonanz auf Tablettier-Workshop am Lehrstuhl von Prof. Thommes

In Zusammenarbeit mit dem von Prof. Thommes geleiteten Lehrstuhl Feststoffverfahrenstechnik (FSV) organisierte die „Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Verfahrenstechnik“ (APV) einen Tablettier-Workshop. Die Veranstaltung fand am 26./27.04.2017 u.a. im Technikum des Lehrstuhls FSV statt. Mehr als 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Nationen informierten sich über die neuesten Trends in der Technologie der Tablettierung. Als Redner traten sowohl renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Tablettierung als auch Experten aus der Industrie auf. Im praktischen Teil des Workshops konnten acht laufende Tablettenpressen mit einem Ausstoß von bis zu 300.000 Tabletten pro Stunde besichtigt und direkt miteinander verglichen werden. Foto: O. Schaper

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Neue Einblicke in die Herstellung von Tabletten

Tabletten sind die wichtigste Arzneiform bei der medikamentösen Behandlung vieler Krankheiten und werden von Patienten sehr gut akzeptiert. Obwohl Verfahren zur Tablettierung bereits vor über 120 Jahren eingeführt wurden, sind die Prozesse, die zur Bildung einer Tablette führen, noch immer nicht vollständig aufgeklärt. Neue, innovative Arzneistoffe benötigen oft spezielle Tablettenformulierungen, um die gewünschten pharmakologischen Wirkungen zu erzielen.

Am 26. und 27. April trafen sich über 130 Wissenschaftler aus über zehn verschiedenen Ländern an der Universität Dortmund, um über neue Trends in der Technologie der Tablettierung zu diskutieren. Der Workshop wurde organisiert von der Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Verfahrenstechnik (APV), in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund, vertreten durch Prof. Markus Thommes. Der Workshop gliederte sich in Vorträge, Diskussionen, eine Ausstellung sowie Demonstrationsversuche.

Als Hauptredner waren renommierte Wissenschaftler auf dem Gebiet der Tablettierung eingeladen, darunter Prof. Göran Alderborn (Uppsala, Schweden), Prof. Annette Bauer-Brandl (Odense, Dänemark) und Prof. Karl Wagner (Bonn, Deutschland), die neue Entwicklungen aus einer wissenschaftlichen Perspektive vorstellten. Andere Präsentationen wurden von Experten aus der Industrie von den Firmen Hoffmann-La Roche und Mundipharma gehalten. Hier lag der Fokus meist auf praktischen Themen wie der Herstellung von Minitabletten, Qualitätssicherung, Containment-Strategien und Entwicklungskonzepten. Dieses Programm wurde bereichert durch eine angeregte Podiumsdiskussion sowie persönlicheren Gesprächen während der Pausen und während des gemeinsamen Abendessens in der Hövels Brauerei.

Der Höhepunkt des Workshops war die Präsentation von 8 laufenden Tablettenpressen namhafter Hersteller: fünf Rundläufertablettenpressen (Bosch, Fette, IMA, Kilian, Korsch) zur Charakterisierung von Materialeigenschaften sowie drei Einstempelpressen zur Simulation von Kompaktierungen im kleineren Maßstab. Die Maschinen wurden untereinander verglichen, indem drei verschiedene Pulvermischungen bei unterschiedlichen Prozessparametern und einer Ausstoßrate von bis zu 300.000 Tabletten pro Stunde verarbeitet wurden. Durch eine Einteilung der Besucher in Kleingruppen hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, jede Maschine während des Betriebs zu begutachten. Einige wichtige Qualitätsmerkmale von Tabletten wurden umgehend gemessen und zum Ende des Workshops von Prof. Peter Kleinebudde (Düsseldorf, Deutschland) präsentiert. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden mit den Maschinenausstellern intensiv diskutiert. Des Weiteren hatten die Lieferanten der Hilfsstoffe sowie der Analysegeräte Gelegenheit für eine kurze Präsentation ihrer Produkte und Innovationen, die auch in einer Ausstellung zu sehen waren.

Obwohl Tabletten in der medikamentösen Therapie sehr gebräuchlich und unauffällig sind, gab es in den letzten zehn Jahren viele Fortschritte in der Technologie der Tablettierung. Diese Innovationen im Bereich des Gerätedesign, der Charakterisierung, den Materialwissenschaften und dem Prozessverständnis ermöglichen die Annahme neuer Herausforderungen in der zukünftigen Verarbeitung von neuen Arzneistoffen. Das Format dieses Workshops und die überragende Teilnehmerzahl haben diese Veranstaltung zu einem außergewöhnlichen Erfolg gemacht, der durch den Wunsch einiger Teilnehmer nach einer baldigen Wiederholung bestätigt wurde.