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Countdown 40: Technische Chemie stellt sich vor

Woran merkt man als Student der Technischen Chemie, dass man auf einer richtig guten Party ist? Gibt es viele andere Gesprächspartner und herrscht allgemeine Tanzlaune, erntet man nach der Antwort auf die Frage nach der studentischen Tätigkeit zumeist ein nüchternes „Oh, interessant!“. Bei nicht so guten Feiern, auf denen Langeweile aufkommt, wird man dagegen noch weiter befragt: „… und was zur Hölle ist das?“

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Solche Anlässe bieten Gelegenheit, die Bedeutung der Technischen Chemie herauszustellen. Fangen wir mit dem wichtigsten Punkt an: Sie ist sehr spannend! In einem chemischen Labor lauern große Herausforderungen, und nur die wenigsten tollkühnen Heldinnen und Helden unserer Zeit sind in der Lage, sie zu meistern. Außerdem war Technische Chemie schon in Berührung mit fast allem, was uns umgibt, sei es der Kleber, der unsere Schuhsohle fixiert, das Papier in der Fotobox oder der leere Plastikbecher in unserer Hand.

Das macht es natürlich nicht einfach, die Technische Chemie einzugrenzen. Ein Versuch könnte so lauten: Sie ist das verbindende Element zwischen dem Laborkönnen des Chemikers und der Ingenieurkunst des Apparatebauers. So soll nach dem Heureka-Erlebnis im Reagenzglas das synthetisierte Wunschprodukt im Tonnenmaßstab hergestellt werden. Die Herstellungsweise muss dann selbstverständlich noch nachhaltig, also möglichst energieeffizient sein und besonders wenig Abfall produzieren.

Das Reagenzglas reicht hierfür natürlich nicht mehr. Es muss ein Reaktorkonzept her. Damit die Reaktion auch in einer annehmbar kurzen Zeit stattfindet, wird meist ein Katalysator eingesetzt. Dieser wirkt auf die Ausgangsstoffe „motivierend“. So reagieren die Teilchen schneller und knüpfen genau die richtigen Beziehung (fast schon wie das Bier auf der Party, oder?). Um die ablaufenden Prozesse dabei verstehen zu können, muss manchmal auch tiefer ins (Reagenz-)Glas geschaut werden. Leider entstehen neben dem Wunschprodukt häufig noch unerwünschte Nebenprodukte. Auch der wertvolle Katalysator soll nach Möglichkeit zurückgewonnen und wieder eingesetzt werden, sodass eine effiziente Aufreinigung nach der Reaktion nötig ist. Ehe man sich versieht, befindet man sich gedanklich auf dem Weg vom Reagenzglas zum industriellen Prozess, und damit mitten in der alltäglichen Arbeitsweise der Technischen Chemie.