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Countdown 49: Fluidverfahrenstechnik stellt sich vor

In der Wissenschaft ist "Fluid" der Oberbegriff für ein Gas oder eine Flüssigkeit. Man nutzt diesen Begriff immer dann, wenn man sich nicht auf eines der Beiden festlegen möchte. Genau so ist es in der Fluid­verfahrenstechnik. Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Auftrennung von Gemischen, ob flüssig oder gasförmig.

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Das wohl bekannteste Trennverfahren zur Trennung flüssiger Gemische ist die Destillation und das prominenteste Anwendungsbeispiel die Aufreinigung von Ethanol, auch bekannt als Schnaps brennen. Die ältesten Aufzeichnungen zur Destillation liegen geschätzte 5500 Jahre zurück. Der industrielle Standard ist heute die Rektifikation oder auch mehrstufige Destillation. Dieses Verfahren wurde vor rund 200 Jahren in Frankreich patentiert und ist heute das wichtigste Trennverfahren der chemischen Industrie. Obwohl dieses Verfahren schon zu den "Dinosauriern" in der chemischen Industrie zählt, ist es längst nicht ausgestorben. Unsere Aufgabe ist es ein solches Verfahren stetig zu verbessern und zu optimieren.

Die Fluidverfahrenstechnik beschäftigt sich allerdings nicht nur mit Dinosauriern, sondern auch mit neuartigen Trennverfahren. Hierbei ist es wichtig ein grundlegendes Verständnis für das Verfahren zu entwickeln um es effektiv nutzen zu können. Hierbei begleiten wir das Verfahren vom Labor bis hin zur industriellen Anlage. Wir sind somit dafür zuständig, die einzelnen Verfahren in die großtechnische Anwendung zu bringen. Der Begriff "Scale-Up", also vergrößern oder hochskalieren, ist dabei unser stetiger Begleiter. Mit der Entwicklung und Optimierung solcher Trennverfahren leistet die Fluidverfahrenstechnik einen entscheidenden Beitrag zum Umweltschutz und zum gesellschaftlichen Leben.

Der Lehrstuhl „Fluidverfahrenstechnik“ wurde vor 50 Jahren als „Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik“ gegründet. Er wurde von Prof. Paul-Michael Weinspach geleitet, der zu den Gründern der Fakultät gehörte. Prof. Weinspach, der vor drei Jahren leider verstorben ist, hat auch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen gegründet. Seit 2000 wird der Lehrstuhl unter dem heutigen Namen durch Professor Andrzej Górak geleitet.