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VIP+-Förderung für Dortmunder Forschung: Projekt „Schmelzelektrofilter“ erhält knapp eine Million Euro

© Thommes​/​BCI
Damit Medikamente im Körper wirken können, müssen ihre Wirkstoffe vom Organismus aufgenommen werden – viele pharmazeutische Wirkstoffe sind jedoch schlecht wasserlöslich. Wie sich solche Stoffe besser verfügbar machen lassen, erforscht Prof. Dr. Markus Thommes mit seinem Team an der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund.

Für die Weiterentwicklung ihrer Technologie erhält das Projekt „Schmelzelektrofilter“ nun eine Förderung von 967.331 Euro im Rahmen des Bundesprogramms VIP+.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Thommes hat einen neuartigen elektrostatischen Abscheider entwickelt, mit dem sich Arzneistoffpartikel – vorzugsweise im Submikronbereich – gleichmäßig und schonend in eine Trägermatrix aus Hilfsstoffen einbetten lassen. Die Partikel werden zunächst per Sprühtrocknung erzeugt und anschließend in den sogenannten Schmelzelektrofilter überführt. Dort lagern sie sich an einer mit Schmelze bedeckten Sammelelektrode ab, die nach dem Erstarren als Matrix dient. Ergänzend wurde ein Aerosol‑Generator entwickelt, der besonders feine Partikel im niedrigen Mikrometerbereich erzeugt.

„Mit unserem Verfahren konnten wir bereits eine deutliche Verbesserung des Auflösungsverhaltens schlecht wasserlöslicher Wirkstoffe beobachten“, erklärt Prof. Thommes. Ziel der nun geförderten Validierungsphase ist es, die Technologie weiterzuentwickeln und ihre Anwendungspotenziale zu erschließen. Neben pharmazeutischen Anwendungen könnte das Verfahren auch in der Lebensmitteltechnologie oder im Pflanzenschutz eingesetzt werden.

Eine wichtige Grundlage für den Erfolg des Projekts bildet die frühzeitige Patentierung der Technologie. Die Patentanmeldung wurde von der PROvendis GmbH im Auftrag der TU Dortmund vorbereitet und eingereicht. Das Patent ist seit Mai 2025 in den USA erteilt und genießt auch europäischen Schutz. Bereits im Wettbewerb „NRW‑Patentvalidierung 2020“ erhielt das Projekt 200.000 Euro Förderung, wodurch der technologische Reifegrad gezielt erhöht werden konnte.

Mit der nun bewilligten VIP+-Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt kann das Team um Prof. Thommes den nächsten Schritt in Richtung Anwendung und möglicher wirtschaftlicher Nutzung gehen. Das Programm unterstützt Forschende dabei, das Innovationspotenzial wissenschaftlicher Ergebnisse zu prüfen und den Transfer in Praxis und Gesellschaft vorzubereiten.